Krank als Arzt?

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  • Rechtstipp

14 Tage Quarantäne als Arzt – wie läuft die eigene Praxis weiter? Volker Wurm, Rechtsanwalt bei Büdingen Advo mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Medizinrecht, sagt Ihnen, welche Vertretungsfälle Sie als freiberuflich tätiger Arzt schon vorab regeln sollten.

Grundsätzlich gilt:

„Können Vertragsärzte und ärztliche Vertragspsychotherapeuten nicht in der Praxis sein, muss ein anderer Arzt oder ärztlicher Psychotherapeut in der Nähe für die Zeit der Abwesenheit die Patienten behandeln. Eine Vertretung ist nicht zulässig für genehmigungspflichtige psychotherapeutische Leistungen (auch probatorische Sitzungen) und wenn ein Vertragsarzt an einem anderen Ort als seinem Praxissitz vertragsärztliche Leistungen erbringt, wie Dialysen.“1 KV Hessen.

Krank bis zu 1 Woche

Im Grunde ist es also nicht zulässig, wenn man eine kassenärztliche Zulassung hält, einfach seine Praxis zu schließen, sondern man muss eine Vertretung organisieren. Diese muss man dann auch der zuständigen KV mitteilen. Zeiträume von weniger als einer Woche sind hier allerdings von der Mitteilungspflicht gemäß § 32 Abs.1 S.4 Ärzte-ZV ausgenommen.

Die hier einzig mögliche Vertretungsform ist die Kollegiale Vertretung. Dabei findet die Vertretung in der Praxis des Vertretenden statt und er rechnet über seine eigene Abrechnungsnummer ab.

Krank 1 Woche bis 3 Monate

Die nächste Grenze erreicht man bei einer Abwesenheit von mehr als 1 Woche aber weniger (bis zu) 3 Monaten. Hier ist dann eine Mitteilung an die KV notwendig. Die meisten KVen halten hierzu ein Formular bereit, welches zwingend zu verwenden ist. Eine formlose Mitteilung ist nicht ausreichend.

Zusätzlich zu der Kollegialen Vertretung ist hier die Ärztliche Vertretung zulässig. Dabei findet die Vertretung in der Praxis des Vertretenen statt, erfolgt in dessen Namen und wird über dessen Abrechnungsnummer abgerechnet. Die Regelung der Vergütung hierfür findet frei zwischen dem Vertreter und dem Vertretenen statt.

Innerhalb dieser Schwelle liegt bei einem Monat Abwesenheit, und zwar in der Gesamtbetrachtung der letzten 12 Monate, ein weiterer Stepstone. Wenn der Arzt innerhalb eines Jahres einen Monat vertreten wurde, nicht notwendigerweise zusammenhängend, dann hat die KV das Recht die Eignung des Vertreters zu überprüfen.

Länger als 3 Monate krank

Bei einer Vertretung von mehr als 3 Monaten ist eine Mitteilung an die KV nicht mehr ausreichend; Hier muss man eine individuelle Genehmigung einholen.

Volker Wurm
Justiziar der advomedic GmbH