Empfehlungen zur korrekten Abrechnung von Sono-Leistungen

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  • GOÄ-Abrechnungstipps

Ultraschall-Sonografie-Doppler-/Duplextechnik, Farbcodierung, 3D und sogar 4D – modernste Ultraschall-Technik. Wir haben für Sie ein „Sono-Paket“ zusammengestellt, welches eine Übersicht der sonografischen Leistungen, neue Abrechnungsempfehlungen, sowie fachspezifische* sonografische Ziffern der allgemeinen und inneren Medizin, der Frauenheilkunde und der Orthopädie und Besonderheiten beinhaltet.

Wo im GKV-Bereich vor dem Einsatz und der Abrechnung sonografischer Leistungen eine Genehmigung zu beantragen ist, gilt diese Regel bei Privatversicherten oder Selbstzahlern nicht. Hier ist ein Ultraschall (US) für fachkundige Ärzte auch ohne eine besondere Erlaubnis berechenbar und die GOÄ ihre einzige Abrechnungsmöglichkeit.

Ziffern und Sätze

Die gesamte Ultraschalldiagnostik in der GOÄ ist mit nur 10 Positionen und 7 Zuschlägen abgebildet. Für fast alle Zuschläge gilt der Einfachsatz als Festbetrag. Ausgenommen sind die Zuschläge Ziffer 402 und Ziffer 403. Diese dürfen als „technische Leistungen“ bis zum 1,8-fachen oder 2,5-fachen Satz berechnet werden:

Zuschlag Beschreibung 1,8-fach 2,5-fach
402 Transoesophageal 14,57 € 36,43 €
403 Transkavitär 8,74 € 21,86 €

Wer Sonografien abrechnen will, sollte sich zuerst mit der Definition von Organen laut den Allgemeinen Bestimmungen der GOÄ vertraut machen. Hier heißt es unter Punkt 6:

„Als Organe im Sinne der Leistungen nach den Nummern 410 und 420 gelten neben den anatomisch definierten Organen auch der Darm, Gelenke als Funktionseinheiten sowie Muskelgruppen, Lymphknoten und/oder Gefäße einer Körperregion. Als Organ gilt die jeweils untersuchte Körperregion unabhängig davon, ob nur Gefäße oder nur Lymphknoten oder Gefäße und Lymphknoten bzw. Weichteile untersucht werden. Die Darstellung des Darms gilt als eine Organuntersuchung unabhängig davon, ob der gesamte Darm, mehrere Darmabschnitte oder nur ein einziger Darmabschnitt untersucht werden.“

Einzeitige Arzt-Patient-Begegnung

Darüber hinaus gilt das Prinzip der „einzeitigen Arzt-Patientenbegegnung“. Dieses fällt ins Gewicht, wenn eine ausgedehnte Ultraschall-Diagnostik betrieben wird. Werden beispielsweise die Schilddrüse, die hirnversorgenden Arterien, Leber, Galle, beide Nieren, Blase und Pankreas an einem Tag geschallt, kann nicht getrennt abgerechnet werden. Das scheitert daran, dass die Ziffern 410 bis 418 nicht nebeneinander berechnet werden dürfen:

GOÄ-Ziffer Beschreibung Einfachsatz
410 US …eines Organs 11,66 €
412 US Schädel Kleinkind 16,32 €
413 US Hüftgelenke Kleinkind 16,32 €
415 US bei Mutterschaftsvorsorge 17,49 €
417 US Schilddrüse 12,24 €
418 US eine Brustdrüse 12,24 €

Ziffer 417 (Schilddrüse) ist höher bewertet als Ziffer 410 – und ist damit vorzuziehen. Ziffer 420 kann nur bis zu dreimal bei einer Begegnung berechnet werden, gleich wie viele Organe untersucht wurden:

GOÄ-Ziffer Beschreibung Einfachsatz
420 US … bis zu drei Organe 4,66 € / 13,98 €

Wenn statt drei Organen fünf untersucht wurden, kann der damit verbundene höhere Zeitaufwand über den Faktor bis zum 3,5-fachen Satz geltend gemacht werden.

3D- und/oder 4D-Sonografieverfahren

Seit dem 04.04.20 sind 3D- und/oder 4D-Sonografieverfahren über die neue Analogziffer 5121 abzurechnen. Die auf der Rechnung notwendige Angabe der medizinischen Begründung kann in Textform unter die Analogziffer oder auch in das Diagnosefeld gesetzt werden. Die medizinische Indikation legt allein der Arzt fest. Einige hilfreiche Beispiele haben wir für Sie zusammengestellt.

*Fachspezifische sonografische Ziffern der allgemeinen und inneren Medizin, der Frauenheilkunde und der Orthopädie.

Dieter Jentzsch, Leiter Seminarmanagement Büdingen
Akademie der Ärztlichen Verrechnungsstelle Büdingen.