6 Abrechnungstipps – so kommen Sie entspannt und effektiv an Ihr Geld

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  • GOÄ-Abrechnungstipps

Aus Sicht unseres Fachmanns gilt: „Es könnte alles so einfach sein – ist es aber nicht.“ Diese 6 Gebote vom Abrechnungsexperten Dieter Jentzsch sind alle logisch und simpel. Und trotzdem kostet die Nichtbefolgung viele Ihrer Kollegen jeden Monat bares Geld und jede Menge Nerven.

1. Stress rausnehmen

Eine Vorschrift, wann ein Arzt spätestens liquidiert haben muss, existiert (noch) nicht. Dadurch können Sie den optimalen Zeitpunkt Ihrer Privatrechnungen selbst festlegen. Unsere Erfahrung zeigt: In kleinen Praxen können Sie Aufwand reduzieren, wenn Sie nur alle drei, vier oder sechs Wochen abrechnen.

2. Große Summen schneller fordern

Aber: Das im KV-Bereich verpflichtende Quartal ist für die Privatliquidation nicht ausschlaggebend. Aufwändige Behandlungen oder umfassende Diagnostik müssen nicht bis zum „Tag X am Quartalsende“ in der Schublade liegen bleiben. Setzen Sie sich einen Mindestbetrag, ab dem Sie Rechnungen sofort rausschicken.

3. Abrechnungsposten sammeln, Praxissoftware nutzen

Patienten sind es inzwischen gewohnt, ihre Rechnungen schon kurz nach dem Arztbesuch zu erhalten. Honorarforderungen hinzugezogener Ärzte, denen die Patienten gar nicht begegnet sind (z. B. für Labor M III/IV-Positionen oder für die Histologie) landen meist besonders schnell bei ihnen. Allerdings ist es unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten auch nicht sinnvoll, eine Liquidation für ein oder zwei Rezepte nach Ziffer 2 GOÄ mit jeweils 3,15 € zu erstellen. Allein das Porto schluckt so über 10 % des Honorarerlöses.

Fast alle Praxissoftwares können so modifiziert werden, dass Rechnungen erst ab einem bestimmten Mindestbetrag erstellt werden, zum Beispiel ab 15 oder 20 Euro. Abrechnungsposten darunter „sammelt“ das Programm so lange, bis ein festgesetzter Mindestbetrag erreicht ist. Das spart viel Zeit und Kontrolle der Kontoauszüge.

4. Mahnen Sie, aber nicht jedes Kinkerlitzchen!

Grundsätzlich gilt: Kein Patient, der die Zahlung wirklich vergessen hat, ist seinem Arzt deshalb böse. Nur sehr wenige Patienten warten alle Mahnungen ab und riskieren so einen Mahnbescheid. Auch wenn wir zum Eintreiben raten: Überlegen Sie sich, ab welchem Betrag sich Aufwand und Stresspotential für Sie lohnen.

5. Verjährungsfristen kennen

Forderungen können verjähren, und zwar am 31.12. des auf die Behandlung folgenden dritten Jahres. Achtung: Ob ein Honoraranspruch vom 02.01.2018 oder 30.12.2018 stammt – er verjährt mit dem 31.12.2021. Der Patient könnte jedoch vorher eine „Verwirkung“ geltend machen. Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier.

6. Behandlungsfall nutzen

Grundregel: „Der Behandlungsfall beginnt am Folgetag des Folgemonats neu.“ Das bedeutet, dass Leistungen, die „im selben Behandlungsfall“ ausgeschlossen oder begrenzt sind, wieder angesetzt werden dürfen, wenn ein neuer Behandlungsfall – nicht gleichzusetzen mit dem Krankheitsfall – eingetreten ist. Wer den Behandlungsfall richtig anwendet, kann alle erbrachten GOÄ-Positionen mit dem bestmöglichen Honorarerlös abrechnen. Ausführliches dazu finden Sie hier.

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Dieter Jentzsch, Leiter Seminarmanagement Büdingen Akademie der Ärztlichen Verrechnungsstelle Büdingen.

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