Diabetes mellitus zusätzliche Abrechnungsmöglichkeiten bei Beratung und Schulung

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  • GOÄ-Abrechnungstipps

Für ärztliche Beratung gibt es nur wenige GOÄ-Positionen. Für die Einzelschulungen, die sich an Diabetiker richten, ist auf den ersten Blick nur Nummer 33 vorgesehen. Dieser Artikel weist auf zusätzliche Möglichkeiten hin, wie bei Diabetikern durchgeführte Beratungen und Schulungen adäquat honoriert werden können.

Die GOÄ-Nummer 33 wurde aus­schließlich für Diabetes, Gestationsdiabetes und Zustand nach Pankreatektomie geschaffen und ist bei einer Mindestdauer von 20 Minuten mit einem Einfachsatz von 17,49 € (40,22 € zum 2,3-fachen Satz) bewertet. Sie kann innerhalb eines Jahres bis zu dreimal abgerechnet werden.

Die Nummern 1, 3, 15, 20, 847, 862, 864, 87i und/oder 887 dürfen nicht am selben Tag berechnet werden. Auch bei Nummer 33 kann es vorkommen, dass die Mindestdauer von 20 Minuten erheblich überschritten wird. Dann kann mit individueller Begründung ein über dem 2,3-fachen Satz liegender Faktor berechnet werden.

Wenn im Lauf eines Jahres weitere intensive Beratungen anfallen, können Ärzte auf die Nummern 1 und 3 zurückgreifen und sie bei Vorliegen von Besonderheiten mit einem höheren Faktor berechnen.

Wird bei einem Patienten erstmals Diabetes festgestellt oder hat sich die Krankheit erheblich verschlimmert, so wirkt sich das nachhaltig auf die Lebensgestaltung aus. Damit ist die Grundlage vorhanden, um Nummer 34 abzurechnen. Diese Erörterung von mindestens 20 Minuten kann zweimal im halben Jahr liquidiert werden.

Schulung in Gruppen effektiv

Inzwischen werden mit Diabetikern häufig Gruppensitzungen durchgeführt, in denen ihnen bestimmte Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt werden. Dabei handelt es sich um ärztliche Leistungen nach Nummer 20 GOÄ. Sie unterscheiden sich von den Leistungen nach den Nummern 33, 34, 1 und 3 dadurch, dass sie nicht unbedingt von Ärzten erbracht werden müssen, sondern dass Ärzte die Aufsicht und fachliche Weisung gewährleisten. Physiotherapeuten, Diätassistenten, speziell ausgebildete Arzthelferinnen und Personen mit vergleichbaren Kenntnissen führen die Sitzungen durch. Jede Einheit hat eine Mindestdauer von 50 Minuten.

In diesen strukturierten Gruppenschulungen werden z. B. Ernährungsfragen für Diabetiker, das „richtige Obst“, geeignete Bewegungsprogramme und Sportarten sowie das Verhalten bei spontan auftretender Hyper- oder Hypoglykämie besprochen.

Für jeden privat versicherten Teilneh­mer der Gruppe (4 bis 12 Teilnehmer) kann pro 50-minütiger Einheit einmal die Nummer GOÄ 20 berechnet werden.

Auslagenerstattung GOÄ

Der Aufwand für Lebensmittel, die in diesen Gruppensitzungen verzehrt bzw. deren Zubereitung erlernt wird, kann den Patienten entsprechend § 10 GOÄ als Auslage berechnet werden. Das gilt auch für übergebene Arbeits- und Schulungsmaterialien.

Dieter Jentzsch, Leiter Seminarmanagement Büdingen Akademie der Ärztlichen Verrechnungsstelle Büdingen.