Nicht abgesagter Termin – nicht ärgern – gegensteuern!

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  • Wirtschaftlichkeitstipps

Es kommt nicht selten vor: Ihr Praxispersonal und Sie prüfen den Kalender der Praxis sorgfältig, berücksichtigen für einen planbaren Eingriff die Wünsche des Patienten und einigen sich auf einen Termin. Der Terminplan der Praxis wurde geändert, Arzt, Räume und Praxispersonal stehen bereit. Und dann sagt der Patient den vereinbarten Behandlungstermin kurzfristig oder gar nicht ab. Welche Möglichkeiten haben Ärzte, den vergeblichen Aufwand ersetzt zu bekommen?

Wer darüber unter dem Gesichtspunkt des Schadenersatzes nachdenkt,  muss zunächst unterscheiden zwischen dem entgangenen ärztlichen Honorar und dem  entstandenen peripheren Aufwand der Praxis. Ärztliches Honorar kann nur nach der GOÄ abgerechnet werden, und zwar nur dann, nachdem eine Leistung erbracht wurde. Eine aus welchen Gründen auch immer nicht erbrachte Ärztliche Leistung kann auch nicht abgerechnet werden.

Wird mit dem Patienten über den Termin verhandelt, erledigen das meist die Arzthelferinnen im Rahmen ihrer üblichen Aufgaben. Da mögen zwar einige Patienten besonders anspruchsvoll auftreten, sodass die Terminvereinbarung nervenaufreibend wird. Das gehört allerdings zum Aufwand des üblichen Geschäftsbetriebs einer Praxis wie Telefon, Strom und Reinigung und kann nicht berechnet werden. Das geht ausdrücklich aus § 4 Abs. 3 GOÄ hervor.

In den Diskussionen zu diesem Thema wird immer wieder der Begriff des Schadenersatzes erwähnt. Der könnte grundsätzlich nach dem BGB geltend gemacht werden. Dazu muss aber ein Schaden entstanden sein. Der Arzt muss beweisen, dass er in der für den geplanten Eingriff reservieren Zeit keine anderen Patienten behandeln konnte. Die dafür eingenommenen Honorare mindern nämlich einen errechneten Schaden.

Ausnahmen bilden Psychiater und Psychotherapeuten mit Bestellpraxen. Hier werden bestimmte Zeiten für einzelne Patienten reserviert, andere Patienten, die stattdessen behandelt werden könnten, sind schlicht nicht anwesend.

Wenn keine Kosten oder einem möglichen Ersatz für entgangenes Honorar. Ärztliches Honorar kann nur berechnet werden für erbrachte Leistungen – und die fallen ja gerade aus. Die entstandenen Kosten sind in fast allen Fällen solche, die für Personal und Räumlichkeiten ohnehin entstehen. Und ein Honorarausfall müßte bewiesen werden.

Ärzte, die planbare Eingriffe häufig durchführen sollten daher Vorsorge treffen. Machen Sie mit den Patienten für den Fall einer solchen Terminabsage schriftlich aus, ob und welche Entschädigung bei kurzfristiger oder fehlender Absage fällig wird. Bleibt ein Patient dem Termin dann fern oder unterschreitet er die vereinbarte  Absagefrist, wird eine zuvor verhandelte Entschädigung fällig.  Dabei spielen Gegebenheiten am Ort der Praxis regelmäßig eine große Rolle. Deshalb sollten sich Ärzte durch einen Rechtsanwalt beraten lassen, damit durch verbindliche schriftliche Behandlungsverträge der Fall der kurzfristigen Terminabsage auch abgedeckt ist.

Dieter Jentzsch, Leiter Seminarmanagement Büdingen Akademie der Ärztlichen Verrechnungsstelle Büdingen.







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