iFOBT - Richtig und zweifelsfrei abrechnen

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  • GOÄ-Abrechnungstipps

Seit dem 1. April 2017 gibt es im GKV-Bereich für iFOBT neue EBM-Ziffern. Doch wie steht es um die private Abrechnung dieser Leistung? Müssen Ärzte bei Privatpatienten und Selbstzahlern jetzt ebenfalls umsteigen?

 

Die Untersuchungen im Rahmen „immunologisch fäkaler Okkultbluttests“, abgekürzt iFOBT, werden in Fremdlaboratorien durchgeführt. Nach GKV erhalten Ärzte rund sechs Euro dafür. Für die private Abrechnung kann aus zwei Gründen entwarnt werden: Erstens werden iFOBT hier besser bewertet als nach der bisherigen GOÄ-Ziffer 3500 „Blut im Stuhl“. Und zweitens gilt für Selbstzahler, IGeL und Privatpatienten alleine die GOÄ.

Alle erbrachten Einzelleistungen werden vergütet und es steht nicht zu befürchten, dass iFOBT in einer Pauschale untergehen. Allerdings erstatten auch PKV-Unternehmen ihren Versicherten immer häufiger nur das, was auch über die GKV-Programme für vergleichbare Patientenaltersgruppen geregelt ist: Beispielsweise werden in der Prävention die Stuhltests zur Früherkennung von Darmkrebs bei Patienten zwischen 50 und 55 Jahren einmal jährlich anerkannt, danach nur alle zwei Jahre alternativ zu einer Vorsorgekoloskopie, welche wiederum nur alle zehn Jahre erstattet wird.

Wer suchet, …

Die Bundesärztekammer (BÄK) empfiehlt für die verfeinerte Methode (früher nach der Guajak-Methode, also gFOBT) den Analogansatz der „A3734“. Wer allerdings diese Ziffer in der amtlichen GOÄ sucht, wird sie nicht finden. Denn die BÄK hat hier von ihrem Vorrecht Gebrauch gemacht, unbesetzte Nummern in der GOÄ mit einem vorangestellten „A“ für Analogien zu nutzen.

 

Hinsichtlich Inhalt, Labormethode und Wert greift die Ziffer A 3734 auf die existierende Leistung „3736 = Albumin mit vorgefertigten Reagenzträgern zur Diagnose einer Mikroalbuminurie“ für € 8,04 (GOÄ-1,15-fach) zu. Die Kosten für einen iFOBT betragen im Einkauf zwischen € 1,50 bis € 2,50, sodass die in der Praxis erbrachte Auswertung mit fünf bis sieben Euro passabel honoriert werden kann.

 

GOÄ-Ziffern aus „alten Zeiten“

Speziell für die Früherkennung von Krebs nennt die GOÄ die Ziffern 27 und 28. Darin ist die Untersuchung auf Blut im Stuhl ausdrücklich enthalten. Denkbar ist, dass der Kostenträger auf diese Beschränkung in der GOÄ hinweisen und es deshalb ablehnen wird, eine Leistung nach Ziffer „A 3734“ zu erstatten. Dem kann aber entgegnet werden, dass die Beschreibungen der Ziffern 27 und 28 aus einer Zeit stammen, in der auf Blut im Stuhl noch ausschließlich nach der „gFOBT-Methode“, also gemäß GOÄ-Ziffer 3500, untersucht wurde. Angesichts des Wertes dürfte das Streitpotential sich hier allerdings in Grenzen halten. Für ein Teströhrchen, das der Patient erhält, aber gar nicht oder nicht sachgemäß verwendet zurückgibt, steht der Praxis ein Kostenersatz von ca. € 2,50 zu.

Dieter Jentzsch, Leiter Seminarmanagement Büdingen Akademie der Ärztlichen Verrechnungsstelle Büdingen.