Häufige Ultraschalluntersuchungen richtig abrechnen

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  • GOÄ-Abrechnungstipps

Ärzte nutzen seit mehr als 30 Jahren zunehmend sonografische Verfahren. Modernste Ultraschallgeräte werden in vielen Praxen eingesetzt. Was Sie für die korrekte Abrechnung gegenüber Selbstzahlern und Privatpatienten wissen müssen, stellen wir hier zusammen.

Ärzte, die Ultraschalldiagnostik bei Privatversicherten und Selbstzahlern anwenden, brauchen dazu nur die Fachkunde und das entsprechende Gerät. Eine Genehmigung  der KV ist nur im Hinblick auf die Behandlung gesetzlich Versicherter nötig. Die Ultraschalldiagnostik  ist  in der GOÄ mit nur elf  Gebührenordnungspositionen und sieben Zuschlägen abgebildet. Trotz laufender Innovationen stehen in der GOÄ seit 1996 nur die unten aufgeführten Leistungen. Nur wenige Analogbewertungen, sh. 1006-1008 für die so genannte Fehlbildungsdiagnostik gelten als gesichert.

 

Die zur Verfügung stehenden Ziffern und Zuschläge auf einen Blick:

 

GO-Ziffer Beschreibung   Einfachsatz GOÄ
410 US …ein Organ 11,66 €
412 US Schädel Kleinkind 16,32 €
413 US Hüftgelenke Kleinkind 16,32 €
415 US bei Mutterschaftsvorsorge 17,49 €
417 US Schilddrüse 12,24 €
418 US eine Brustdrüse 12,24 €
420 US … bis zu drei Organe 4,66 € / 13,98 €
422 Eindimensionales TM-Diagramm 11,66 €
423 Zweidimensionales UKG im Real-Time-Verfahren 29,14 €
424 Zweidimensionales Doppler-UKG incl. 423 40,80 €
Zuschlag Beschreibung Festbetrag € Einfachsatz|Höchstbetrag
401 Duplex+Farbcodierung zu 410 – 418 23,31 €                            23,31 €
402 Transoesophageal 14,57 €|            36,43 €
403 Transkavitär  8,74 €|             21,86 €
404 Frequenzspektrumanalyse 14,57 €                            14,57 €
405 Cw-Doppler 11,66 €                            11,66 €
406 Farbcodierung  nur zu 424 11,66 €                            11,66 €
408 Transluminal nach Gefäßkatheter 11,66 €|            40,80 €

Nach den „Allgemeinen Bestimmungen“ zum Abschnitt VI dürfen die Leistungen und die Zuschläge der Ziffern 410 bis 418 nur einmal pro Sitzung und nicht nebeneinander berechnet werden. Zudem wird hier im Unterpunkt 6 definiert, was von der GOÄ als Organ eingeordnet wird.

 

Ziffer 420 für ein Organ darf bis zu dreimal berechnet werden. In der Praxis werden aber häufig mehr als vier Organe geschallt. Ansatzfähig  ist maximal  1 x 410 + 3 x 420. Wurden mehr als vier Organe per Ultraschall untersucht, besteht die Möglichkeit, ein- bis dreimal die Ziffer 420 mit einem Faktor bis zum 3,5-fachen Satz zu berechnen. Über die genaue Höhe des Faktors entscheidet das „billige Ermessen“ des Arztes.

 

Autor: Dieter Jentzsch, Leiter Seminarmanagement Büdingen Akademie der Ärztlichen Verrechnungsstelle Büdingen GmbH